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Frühjahrsmüdigkeit

Der Frühling nähert sich in großen Schritten. Die Luft duftet frisch, die Sonne blinzelt hinter den Wolken hervor und die ersten Blüten sprießen aus dem Boden. Der Frühling könnte so schön sein! Wäre da nicht diese andauernde Frühjahrsmüdigkeit.

Was steckt dahinter? Antworten und ein paar Tricks, um den Frühling in voller Energie genießen zu können:

 

 

Frühjahrsmüdigkeit: Es gibt sie wirklich!

 

Ab circa Mitte März sind auffallend viele Menschen müde und klagen über

  • Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche und Gereiztheit,

  • Schwindel bzw. Kreislaufschwäche sowie

  • Kopf- und Gliederschmerzen.



Wussten Sie schon, weshalb Sie im Frühjahr so oft müde sind?


Steigende Temperaturen, Wetterwechsel und mehr Sonnenstunden sind für den Körper eine Herausforderung. Das hat gleich drei verschiedene Gründe:

  1. Hormon-Chaos
    Wenn Sie abends ins Bett gehen, löschen Sie das Licht und es wird dunkel. Jetzt spüren Sie schnell, dass Sie müde werden. Der Grund: Dunkelheit versetzt den Körper in den "Schlafmodus". Ihr Herz schlägt langsamer und Sie atmen flacher, regelmäßiger und langsamer. Auch Ihre Körpertemperatur sinkt. Gleichzeitig produziert die Zirbeldrüse – eine kleine Drüse im Gehirn – Melatonin. Dieses "Schlafhormon" macht Sie müde.
    Doch: Im Frühjahr kommt Ihr Melatonin-Haushalt leicht durcheinander. Denn der Körper gewöhnt sich nur langsam an die sich verändernden Lichtverhältnisse und produziert in dieser Phase zu viel Melatonin. Das macht müde.
     

  2. Niedriger Blutdruck
    Steigen die Temperaturen im Frühjahr, ist das für Ihren Körper ziemlich anstrengend. Denn auf Wärme reagiert Ihr Körper mit erweiterten Blutgefäßen, der Blutdruck sinkt.
    Klassische Symptome von niedrigem Blutdruck sind Müdigkeit, aber auch Antriebsschwäche, Schwindel und Konzentrationsmangel.
     

  3. Vitaminmangel
    Vielleicht ist die These ja wahr, dass Menschen sich im Winter allgemein ungesünder ernähren. Denn wir genießen es, sich zur kalten Jahreszeit mit Kakao und Plätzchen zuhause einzukuscheln. Dabei bleibt eine vitaminreiche Ernährung oft auf der Strecke. Fehlen dem Körper zum Beispiel Vitamin B und C, kann sich die Leber nur schwer regenerieren. Dann macht sie sich durch schmerzende Gelenke und Müdigkeit bemerkbar.

 


Nie wieder Frühjahrsmüdigkeit – mit diesen Tipps

  1. Licht
    Ihr Körper braucht Sonnenlicht. Denn damit gleichen Sie Ihren momentanen Melatonin-Überschuss aus. Wie das funktioniert? Melatonin entsteht aus Serotonin – dem „Antriebshormon“, das Sie wach und munter macht. Der Körper produziert es, indem die Sonneneinstrahlung bestimmte Rezeptoren im Auge aktiviert. Sobald es dunkel wird, wandelt der Körper das Serotonin in Melatonin um – und umgekehrt, wenn es hell ist, das Melatonin zurück in Serotonin.
    Übrigens: Menschen, deren Serotonin-Spiegel hoch ist, schlafen nachts besser. Gönnen Sie sich also viel Sonnenlicht.
     

  2. Spazierengehen, Nordic Walken oder Radeln
    Bringen Sie Ihren Kreislauf in Schwung – am besten mit einem schönen Spaziergang in der Frühlingssonne. Wenn Sie sich bewegen, erhöht sich Ihr Blutdruck – das hilft gegen Schwindel, Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Und gemeinsam macht es noch mehr Spaß.
     

  3. Wechselduschen
    Apropos "Kreislauf in Schwung bringen": Wechselduschen am Morgen unterstützen Sie dabei. Duschen Sie anfangs Beine, Arme und dann den Oberkörper zuerst lauwarm ab. Anschließend wiederholen Sie die Prozedur mit kaltem Wasser. Wechselns Sie ruhig 2-3 Mal. Hören Sie mit einer kalten Dusche auf – und starten Sie vital in den Tag.
     

  4. Entspannung
    Genauso wichtig wie die aktiven Maßnahmen ist es, sich bei Müdigkeit tatsächlich mal zu entspannen. Denn fühlen Sie sich andauernd müde, kann dies genauso gut eine Stressreaktion sein. So zeigt Ihnen Ihr Körper, dass Sie wirklich mehr Ruhe brauchen. Hören Sie auf ihn.
    Wie wäre es mit Powernapping, einem kurzen Energienickerchen? Nur 610 Minuten reichen, und Sie fühlen sich erfrischt.
     

  5. Vitamin D
    Sonnenlicht kurbelt die Produktion von Vitamin D an. Eine Studie aus dem Jahr 2016 zeigt, dass ein hoher Vitamin-D-Spiegel die Schlafqualität verbessert und die Einschlafzeit verringert.
    10 Minuten, unbekleidet und ohne Sonnenschutz in der prallen Mittagssonne sind die optimale Vitamin D-Sonnendusche – für viele leider unvorstellbar.
    Etwa 60 Prozent der deutschen Bevölkerung sind zumindest in den Wintermonaten nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt. Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts und des Max-Rubner-Instituts haben festgestellt, dass jeder fünfte in Deutschland sogar einen schweren Mangel aufweist.
    Für Menschen mit Bürojob, die nicht oft nach draußen kommen, sind Vitamin-D-Tabletten eine gute Alternative zum Sonnenbaden. Sprechen Sie aber auf jeden Fall mit Ihrem Hausarzt, bevor Sie sich selbst ein Vitamin-D-Präparat "verordnen".
     

  6. Ernährungsumstellung
    Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst, Gemüse und fleischfreien Tagen macht Sie wach, munter und stärkt Ihr Immunsystem. Und wenn draußen die Sonne scheint, schmeckt ein frischgepresster Fruchtsaft doch gleich viel besser als ein warmer Kakao. Fangen Sie mit einem Stück Obst statt Süßkram an. Einfach mal Wasser statt Cola etc. 😉


Nun wünsche ich Ihnen viel Freude beim Ausprobieren. Und bleiben Sie dran.

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